a bird named kafka

a bird named kafka

Larissa Leverenz, Oľga Paštéková

16.1.-17.2.2020

Slowakisches Institut in Berlin, Botschaft der Slowakischen Republik, Hildebrandstr. 25, 10785 Berlin, Deutschland

Die Ausstellung a bird named kafka stellt eine kuratorische Auswahl aus den Arbeiten der slowakischen Künstlerin Oľga Paštéková und der deutschen Künstlerin Larissa Leverenz vor. Die expressiven Tierabbildungen von Oľga stehen auf den ersten Blick im starken Kontrast zu den klaren, fast sterilen, konstruierten architektonischen Räumen von Larissa. Trotz des Unterschieds in den Motiven und Ausdrucksmitteln sind ihre Arbeiten durch die Atmosphäre des Fremden, Verdächtigen oder gar Gefährlichen gekennzeichnet.

Der Titel der Ausstellung verweist auf die thematische Substanz der Ausstellung und auf das Werk beider Künstlerinnen zugleich, die oft Tiermotive zur Übermittlung verschiedenen Themen und Gefühle nutzen – zum Beispiel auch einen kafkaesken, existenzielen, aussichtslosen Zustand oder Angst. Kafka mit kleinem k ist gleichzeitig die phonetische Umschrift des Wortes kavka, wie auf Slowakisch die Dohle heißt – ein schwarzer Vogel, der in Oľgas Arbeiten oft erscheint. Bei Larissa sind wiederum Elemente der Absurdität bis zum Grotesken der abgebildeten Situationen dargestellt.

Die beiden Künstlerinnen arbeiten auf Holz, oft auf Sperrholzplatte. Sie kombinieren das technische und technologische Verfahren aus unterschiedlichen Bereichen der Kunst. Oľgas Zugang zu der Bildoberfläche ist vor allem malerisch. Außerhalb des Pinselstrichs tauchen geritzte und gekratzte Linien auf, die an die Spuren von Krallen erinnern.

Ihre Bilder sind von Tieren bewohnt, welche in uns die Wildnis und die Nacht assoziieren. Die Linie ist in Form von expressiven Spritzern und Kratzern anwesend, nervös und ambivalent in ihrer Entstehungsart. Die Wölfe und Krähen erobern die ganze Bildoberfläche und gleichzeitig ihren Lebensraum in dem Schmutz und dem Gekreisch der Stadt zurück.

Larissa malt, collagiert und verwendet das druckgrafische Verfahren in einer Art und Weise, die den Verlauf von zeichnerischen Linien und malerischen Strichen imitieren kann.

Ihre Kompositionen zeigen durchgedachte Räume, die uns unterschiedliche Blickwinkel und Perspektiven auf einmal vermitteln – ohne den Anspruch, den physikalischen Regeln und Grenzen zu folgen. Die Vogelperspektive wurde hier von den Satelliten übernommen. Die gut geölte Maschinerie der Überwachung vermittelt uns das Gefühl der ausweglosen Situation, im Labyrinth der gestürzten Modernität.

Unter dem kafkaesken Ausstellungstitel erstrecken ihre Flügel die von uns bedrohten Lebewesen, so wie wir selbst – mittels Technologien, die uns ein größeres Bild vermitteln können, aber eigentlich oftmals das Gegenteil machen. Es passiert, durch die ausbeuterischen Aktivitäten der Reorganisierung der Natur, die den bestimmten Verlust der Orientierung auf der Welt und jenseits verursachen.

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